"And I...have the time of my liiiife..."
....da bin ich wieder, heil aus dem eher unfreiwilligen Urlaub und dem totalen Schneechaos zurückgekehrt.
...aber fangen wir mal von vorn an.... das wäre also am 3.6. An den Tag bin ich nach Christchurch gefahren und habe mir erst mal die Stadt angeschaut. Eigentlich gibts da ja nicht viel zu sehen, nur ein paar ältere Häuser und ein Park sowie einiges an Kunst und Museen. So habe ich also eine entspannte Tour durch die Museen und die City genossen. Eigentlich habe ich sogar den ganzen Tag nur im Artscenter verbracht, eine Galerie nach der anderen und dann den Kunstmarkt besucht... naja, Ihr wisst ja wie das so mit mir und den Kunstmärkten ist, das dauert dann immer etwas länger, kostet etwas mehr und ein Ende ist erst in Sicht wenn sich der Ladenschluss nähert. Danach habe ich noch einen kleinen Bummel durch die City und mich dann im Hostel chic fürs Theater gemacht. Denn ich hatte ja erzählt, dass ich mir zum Geburtstag ein Ticket für die Show "Maui" gegönnt habe. Die Show war richtig gut, viele traditionelle Maori Tänze und Gesänge und ein Teil der Mythologie... leider war die Sprache aber auch Maori, so dass man die Story aus gelegentlichen Ansagen auf Englisch sowie dem Programmheft herausbekommen musste.
Aber ich habe es trotzdem verstanden und sehr genossen. Auf dem Nachhauseweg hab ich dann ganz nette Musik gehört und in einer netten kleinen Kneipe gegenüber dem Hostel eine Nachwuchsrockband angehört, bei denen es schon echt ab ging.
Am nächsten Tag bin ich dann in Richtung Arthur's Path aufgebrochen und habe auf dem Weg noch die Maori-Kulturstätte Kura Tawhiti (sehr interessante Steinformationen und offensichtlich wohl auch eines der bekanntesten Klettergebiete Neuseelands) und das Cave Stream Scenic Reserve (mit einer 500m langen Höhle, durch die man auch durchwandern kann... wenn das Wasser nicht so hoch steht, man 2 Taschenlampen hat, nicht allein wandert und es draußen etwas wärmer ist, so dass man sich nicht die Füße abfriert) angesehen. Im Arthur's Path Village angekommen, habe ich noch den kurzen Walk zu einem ziemlich hohen Wasserfall geschafft und den "Historic Town Walk" gemacht (der doch etwas langweilig war).
Abends beim Kochen habe ich dann Mike aus der Schweiz kennengelernt. Zusammen haben wir dann gleich diesen Abend noch den "Wobbly Kea", einen sehr netten Pub nebenan, abgecheckt. Das war ein total gemütlicher Abend. Der Film über Jonny Cash "Walk the Line" wurde gezeigt... in erstaunlicher Qualität, wenn man mal considered, dass wir da so gut wie am Ende der Welt waren. Außerdem gibts natürlich immer ein leckeres Schwarzbier, das ich seit ich hier bin sehr lecker finde.
Montag wurde der Queen's Birthday nachgefeiert (irgendwie wird der nicht gefeiert wenn die Queen Geburtstag hat, sondern erst später, dass sie in England schönes Wetter haben zum richtig Party machen) und ich hatte darum diesen Tag noch frei und habe mir dazu den Dienstag freigenommen, dass sich diese doch etwas weitere Strecke mit dem Auto lohnt. Da sind Mike und ich dann früh aufgestanden und haben den Otira Valley Walk in Angriff genommen. Das war schon ein Naturschauspiel... vereiste Wasserfälle, Steine mit Eiskappen, Gletscher mit Gletscherhöhlen, stahlblauer Himmel, verschneite Bergkappen und alpine Pflanzen. Im Tal wandert man meist im Schatten, also sind wir so weit hinter und dann hoch gelaufen, bis wir ein wunderschönes, sonnenbeschienenes Picknickplätzchen gefunden hatten. ...abends, als wir wieder da waren gabs dann noch das obligatorische Wanderbierchen und dann sind wir auch bald zu Bett gegangen, da wir uns für den nächsten Tag den Avalanche Peak Track vorgenommen hatten und dafür der Wecker auf 6:30 gestellt... und wir sind auch fast pünktlich aufgebrochen und haben dann die ersten Sonnenstrahlen schon einige Höhenmeter auf dem Berg erlebt. ...wir sind auch bis fast auf den Gipfel gegangen, nur ganz oben war es dann sehr eisig. Wir hatten eine einmalig tolle Aussicht und es war ein wirklich eindrückliches und bleibendes Erlebnis oben auf einem Berg, so viele Meter über dem Boden auf alles herab zu blicken ... ich glaub ich bin süchtig. Am Abend wurde dann im Wobbly Kea Mike's Geburtstag gefeiert und der Wirt hat uns viele Geschichten rund um den Arthurs Path und Timaru (er ist aus Timaru) erzählt... eine wirklich gemütliche und sehr lange Nacht im Pub :-) ...trotzdem wurde natürlich nicht lange geschlafen, sondern wir sind wiederum sehr früh aufgestanden, da ich am Dienstag noch bei Stephen (meinem Chef) angerufen hatte und weil es so grandioses Wetter war noch einen Tag Urlaub mehr erbeten hatte. 8.00 morgens haben wir dann den nächsten Gipfel in Angriff genommen. Insgesamt war die Wanderung glaube ich noch toller, wenn auch etwas aufregender, da es streckenweise schon sehr schmal war und neben einem 200m runter ging (wir sind auf einem Grat gewandert) oder auch mal klettern notwendig war .... nun aber genug davon erzählt....schaut Euch lieber die vielen atemberaubenden Fotos vom Arthurs Path und die Fotos von Christchurch und Unterwegs an (in echt ists natürlich noch 1000x schöner, aber einen Eindruck bekommt Ihr schon!)
Und nun zu der wohl schönsten Woche in Neuseeland bisher. Es fing wohl alles damit an, dass ich mich mit Mike zum Snowboarden für den Samstag verabredete. Die zwei nähesten Skigebiete im Umkreis von Timaru sind das Mount Hut Gebiet, welches aber an diesem Samstag eröffnen sollte und darum wohl total überlaufen war (zumal es das nächstgelegene Gebiet von Christchurch, der größten Stadt der Südinsel ist) sowie Mount Dobson. Da wir natürlich nicht dicht an dicht mit den anderen Winterverrückten fahren wollten, haben wir uns dann letztenendes für den Mount Dobson entschieden. Samstag früh bin ich dann losgedüst, hab in Farlie Mike aufgesammelt und wir haben vor Ort Boards ausgeliehen. Nach einer haarsträubenden 15km-Fahrt bergauf auf einer wohl erst kurz vorher wieder freigebaggerten Schotterstraße (ich hatte nur fast einen hysterischen Anfall, hab mich also noch zusammenreißen können *g*) waren wir inmitten von schneebedeckten Bergen und ich konnte meine Snowboarderfahrungen etwas erweitern....es macht soooo doll Spaß sag ich Euch, auch wenn ich mein Hinterteil vor lauter Schmerz dann schon gar nicht mehr spüren konnte ;-) Zum Übernachten sind wir dann zum Lake Tekapo gefahren, da dort eine wirklich schöne Jugendherberge direkt am See ist.
Die Snowboards hatten wir für Sonntag gleich mit ausgeliehen, mussten sie aber leider zurückgeben, da es so gestürmt hat (über 200 km/h auf Mount Dobson), dass das Skigebiet geschlossen hatte und wir die Snowboards zurück gefahren haben. Das war sehr erstaunlich, da östlich der Berge strahlender Sonnenschein war und auf dem Rückweg westlich der Berge der Weltuntergang anfing. Wir haben uns dann also entschieden auf einer weiteren Schotterpiste einmal um den See zu düsen und das andere Skigebiet näher in Augenschein zunehmen sowie den Beginn des Sees (auf der Karte sieht es aus, als ob viele kleine Flüsse aus unterirdischen Quellen dort reinfließen). Aber hinten angekommen goss es in Strömen, so dass wir uns statt dessen entschieden haben in dem ca. 4° kalten See ein Bad zu nehmen.... brrrrrr, schon ekelig feucht und kalt *g*. Um anschließend wieder warm zu werden haben wir noch die 1,5h Wanderung zum Mount John Ausblickspunkt zu machen....danach konnte ich das Wasser aus meinen Schuhen auskippen und meine Sachen auswringen, so nass war ich.
Da wir gehört haben, dass es "ein bisschen" schneien sollte, hab ich dann noch einen Einheimischen gefragt, ob man Schneeketten ausleihen könne und er meinte, dass ich die nicht brauchen werde, es komme sowieso kein Schnee. ...haha, Joke der Woche kann ich Euch sagen. Denn so gegen 2.00 morgens wurde es auf einmal leise (vielleicht bin ich darum aufgewacht, weil plötzlich die Geräuschkulisse von Sturm und Regen aufhörte)...und als ich aus dem Fenster sah lag auf einmal riesen viel Schnee... gegen 6.00 morgens dann 55cm um genau zu sein.
Mein Auto war total eingeschneit, die Türen und nix ging mehr auf, die Straßen waren zu und im Prinzip ist das totale Chaos ausgebrochen, da auf fast der ganzen Südinsel die Straßen gesperrt wurden, der Strom ausgefallen ist, es kein Telefon, kein Handynetz und kein Internet mehr gab.
Aber die Kiwis sind ja ziemlich relaxed, also hatten einfach alle Läden geschlossen und alle haben sich vor Ihre Feuerstellen gekuschelt. Und wir saßen in dem YHA Hostel in Tekapo fest.
Anfangs fand ich das ja nicht wirklich lustig, da ich schließlich Dienstag wieder auf Arbeit sein und fleißig programmieren wollte, aber da ich mir ja vorgenommen hatte etwas mehr von der Kiwi-Einstellung zu bekommen hab ichs dann vorerst etwas lockerer genommen. Die Straßen waren eh gesperrt, mein Auto eingeschneit und in ganz Tekapo gab es (entgegen der Angabe der Touristinfo in Timaru dass es an jeder Tankstelle welche gäbe) keine Schneeketten zum Ausleihen. Um 8.00 morgens kam dann Steffi ins Hostel. Sie hatte Ihren Campervan unter einem Baum geparkt und um 7.00 morgen kam ein großer Ast runter und fiel direkt auf Ihr Auto...es brauchte dann ziemlich viele nette Leute und die Polizei mit einem 4-Wheel-Drive das Auto zu befreien und auf einen Parkplatz zu schleppen.
Nachdem wir uns also damit abgefunden hatten, dass wir nicht all zu schnell wieder weg kommen würden, haben wir uns auf eine wunderschöne Winterwanderung gemacht... kniehoher Schnee, ein verschneiter Märchenwald, schwarze Schwäne in einer grau-weißen Traumlandschaft... langsam tauchte aus dem schwarz-weiß-Poster-Motiv ein stahlblauer Himmel auf. Wir haben Schwarze Pferde gefüttert, die einen sehr schönen Kontrast zu dem weißen Schnee gebildet haben, und als die Sonne dann endgültig den Durchbruch geschafft hatte, sind wir durch den frischen Schnee auf einen Ausblickshügel gestapft und haben die wunderbare Aussicht über die verschneiten Bergketten und das Dorf genossen. Und da wir ja leider keine Snowboards mehr hatten (sehr zu unserem Ärger konnte man auch im Ort keine ausleihen), hab ich mir einfach den Spaß gegönnt kopfüber in den Schnee zu springen... ;-)
Es war übrigens auch sehr gemütlich und super entspannend mal keinen Strom zu haben. Niemand konnte Fernsehen oder anderweitig elektronischen Krach machen (nagut, Nick aus Tasmanien hatte noch ein batteriebetriebenes Lautsprecherset für seinen IPod, so dass wir noch etwas Musik hatten)... somit hatten wir ein leckeres Barbeque im Schnee, Candellightdinner und haben den ganzen Abend bei Kerzenschein Uno gespielt (der Unterschied zwischen blau und grün ist dann schon sehr schwierig, aber ich hab sowieso die ganze Zeit nur Karten gezogen, darum war das nicht so wild *lach*). Mit 4 Decken war es dann auch in der Nacht bei offenem Fenster und Minusgraden nicht all zu kalt.
Für Dienstag hatte ich mir dann was besonderes vorgenommen; mitnerweile hatte sich die Sonne rausgekämpft, der Himmel war strahlend blau, die Berge wunderschön weiß... und der See türkis blau. Da Ihr mich ja kennt, wisst Ihr ja, dass die Versuchung da sehr gross ist... und ich habe Ihr einfach nachgegeben und auch Mike dazu überredet. Wir haben uns also von Brian, unserem "Hostel-Papa" zum Strand fahren lassen... und auf einmal war der ganze Strand voll Menschen, da alle aus dem Hostel Fotos machen wollten. Wir haben uns also schnell umgezogen und sind ca. 200m barfuß durch den knietiefen Schnee zum See gerannt, haben für ein paar Fotos gepost und sind dann nochmal Baden gegangen:

Dieses Foto gibts jetzt in Malaysia, China, Japan, Frankreich, Alaska, der Schweiz, Deutschland.... :-)))))
Ich muss sagen, das Zurückrennen durch den Schnee war wesentlich schlimmer, meine Füße konnte ich dann schon nicht mehr spüren, aber es ist alles noch dran ;-)
Zurück im Hostel habs dann eine bunte Gemüsesuppe, die seit den frühen Morgenstunden aus den Resten die jeder noch so hatte auf dem Fireplace gekocht hatte.
Abends gabs dann wieder Gegrilltes und ich hab was gemacht was ich schon immer mal machen wollte: ich hab mich im Bikini in den Schnee geworfen und bin drin rumgerollt...dummerweise hab ich mich dann ausgesperrt, so dass ich dann noch ums ganze Haus laufen und an allen vorbei gehen musste um nach drinnen zu kommen...und die Dusche war dann auch noch eiskalt, da es immernoch keinen Strom gab. Ich bin jetzt also voll abgehärtet *g* Anschließend haben wir dann alle zusammen in dem Zimmer mit dem schönen warmen Feuerchen gesessen und lustige Spiele gespielt ... und auch wenn ich nicht so aussehe, ich hab fast einen Spagat gemacht (es war ein Spiel um zu sehen wer am gelenkigsten ist und was sich alle so einfallen lassen, welche lustigen Posen sie machen...sehr amüsant)... hatte dafür dann aber den ganzen Mittwoch ein taubes Knie *g*.
Mittwoch und Donnerstag haben wir dann immer ein paar Wanderungen gemacht (ich bin allein auf dem Mount John gekletter, was bei über kniehohem Schnee schon ganz schön anstrengend war), Abends gegrillt, tagsüber gelesen und Spiele gemacht. Sehr entspannend, da man wirklich nichts anstrengendes machen musste, weil man ja nichts arbeiten konnte. Ach ja, mein Auto haben wir noch ausgegraben. Das war auch ne Aktion. Erst Schneeschaufeln ohne Ende (auf dem Foto seht Ihr Brian, Dave und Mike, die mir ganz doll geholfen haben) und dann hat Brian mich rausgeschleppt, da mein Auto natürlich keinen halben Meter selbst gefahren ist.
Donnerstag früh hatten wir auch Fun ohne Ende. Nicola (Brians Frau und die Hostelmanagerin) hatte uns Mittwoch abend verraten, dass Brian Donnerstag Geburtstag hat. Und sie hatte uns vorher schon verraten, dass er sich schon die ganze Zeit gewünscht hat, mit ihr mal in Badesachen in den Schnee zu gehen (ich hab ihm die ganzen 3 Tage gesagt, dass ich das gern mit ihm mache, aber er wollte immer nicht). Wir sind also Donnerstag früh alle 6.30 aufgestanden, die Männer haben Frühstück vorbereitet und 7.00 haben wir den Feueralarm ausgelöst (der nicht zur lokalen Feuerwehr verbunden ist, konnte also nix passieren) um Brian und Nicola in Schlafzeug aus den Betten zu locken. Dann haben wir sie so wie sie waren in den Schnee gesteckt. Anschließend hatten wir alle zusammen ein leckeres Frühstück. Abends waren wir alle zusammen im japanischen Restaurant... yummy, endlich mal wieder Sushi zur Feier des Tages. Donnerstag waren die Straßen dann auch wieder offen, der Strom war seit Mittwoch wieder da, aber die Straßen waren noch etwas eisig und Handys haben immernoch nicht funktioniert, so dass die anderen mich überredet haben, lieber noch einen Tag zu warten und nichts zu riskieren (...."one more day, only one more day"...das war Steffis Spruch). Die letzten die dann noch da waren (Steffi aus Germany, Axelle aus Frankreich, Dave aus Alaska, Mike aus der Schweiz und Nicola) alle zusammen vorm Feuer geschlafen... sehr gemütlich, wenn auch die Nacht nicht lang war, da Dave wie ein Wasserfall locker 2 Stunden am Stück quatschen kann, was mich dann doch etwas irre gemacht hat, so dass ich dann auch wohl den ein oder anderen etwas nervös gemacht habe.
Als es dann Freitag ans Abreisen ging gabs dann noch eine Überraschung... mein Auto wollte nicht mehr anspringen, so dass wir erst noch einen Automechaniker holen mussten um den kleinen wieder fit zu machen. Der Abschied war dann schon etwas traurig, da wir sehr gute Freunde geworden waren.

Mit Mike und Steffi bin ich dann also nach Timaru gefahren. Samstag früh haben wir Mike verabschiedet... und bereits Samstag Abend haben uns Axelle und Dave so vermisst, dass sie zu uns nach Timaru gekommen sind. Wir waren dann die halbe Nacht im Pub, haben Rugby geschaut und getanzt bis zum Abwinken........ Abwinken werd ich jetzt auch, denn schließlich muss ich ja den Schlaf von ner halben Woche nachholen.
Die restlichen Bilder gibts übrigens hier.
Ach ja, bis Ende Juli bin ich noch in Timaru, Ihr dürft also gern noch viel Post schicken :-)
...aber fangen wir mal von vorn an.... das wäre also am 3.6. An den Tag bin ich nach Christchurch gefahren und habe mir erst mal die Stadt angeschaut. Eigentlich gibts da ja nicht viel zu sehen, nur ein paar ältere Häuser und ein Park sowie einiges an Kunst und Museen. So habe ich also eine entspannte Tour durch die Museen und die City genossen. Eigentlich habe ich sogar den ganzen Tag nur im Artscenter verbracht, eine Galerie nach der anderen und dann den Kunstmarkt besucht... naja, Ihr wisst ja wie das so mit mir und den Kunstmärkten ist, das dauert dann immer etwas länger, kostet etwas mehr und ein Ende ist erst in Sicht wenn sich der Ladenschluss nähert. Danach habe ich noch einen kleinen Bummel durch die City und mich dann im Hostel chic fürs Theater gemacht. Denn ich hatte ja erzählt, dass ich mir zum Geburtstag ein Ticket für die Show "Maui" gegönnt habe. Die Show war richtig gut, viele traditionelle Maori Tänze und Gesänge und ein Teil der Mythologie... leider war die Sprache aber auch Maori, so dass man die Story aus gelegentlichen Ansagen auf Englisch sowie dem Programmheft herausbekommen musste.
Aber ich habe es trotzdem verstanden und sehr genossen. Auf dem Nachhauseweg hab ich dann ganz nette Musik gehört und in einer netten kleinen Kneipe gegenüber dem Hostel eine Nachwuchsrockband angehört, bei denen es schon echt ab ging.
Am nächsten Tag bin ich dann in Richtung Arthur's Path aufgebrochen und habe auf dem Weg noch die Maori-Kulturstätte Kura Tawhiti (sehr interessante Steinformationen und offensichtlich wohl auch eines der bekanntesten Klettergebiete Neuseelands) und das Cave Stream Scenic Reserve (mit einer 500m langen Höhle, durch die man auch durchwandern kann... wenn das Wasser nicht so hoch steht, man 2 Taschenlampen hat, nicht allein wandert und es draußen etwas wärmer ist, so dass man sich nicht die Füße abfriert) angesehen. Im Arthur's Path Village angekommen, habe ich noch den kurzen Walk zu einem ziemlich hohen Wasserfall geschafft und den "Historic Town Walk" gemacht (der doch etwas langweilig war).
Abends beim Kochen habe ich dann Mike aus der Schweiz kennengelernt. Zusammen haben wir dann gleich diesen Abend noch den "Wobbly Kea", einen sehr netten Pub nebenan, abgecheckt. Das war ein total gemütlicher Abend. Der Film über Jonny Cash "Walk the Line" wurde gezeigt... in erstaunlicher Qualität, wenn man mal considered, dass wir da so gut wie am Ende der Welt waren. Außerdem gibts natürlich immer ein leckeres Schwarzbier, das ich seit ich hier bin sehr lecker finde.
Montag wurde der Queen's Birthday nachgefeiert (irgendwie wird der nicht gefeiert wenn die Queen Geburtstag hat, sondern erst später, dass sie in England schönes Wetter haben zum richtig Party machen) und ich hatte darum diesen Tag noch frei und habe mir dazu den Dienstag freigenommen, dass sich diese doch etwas weitere Strecke mit dem Auto lohnt. Da sind Mike und ich dann früh aufgestanden und haben den Otira Valley Walk in Angriff genommen. Das war schon ein Naturschauspiel... vereiste Wasserfälle, Steine mit Eiskappen, Gletscher mit Gletscherhöhlen, stahlblauer Himmel, verschneite Bergkappen und alpine Pflanzen. Im Tal wandert man meist im Schatten, also sind wir so weit hinter und dann hoch gelaufen, bis wir ein wunderschönes, sonnenbeschienenes Picknickplätzchen gefunden hatten. ...abends, als wir wieder da waren gabs dann noch das obligatorische Wanderbierchen und dann sind wir auch bald zu Bett gegangen, da wir uns für den nächsten Tag den Avalanche Peak Track vorgenommen hatten und dafür der Wecker auf 6:30 gestellt... und wir sind auch fast pünktlich aufgebrochen und haben dann die ersten Sonnenstrahlen schon einige Höhenmeter auf dem Berg erlebt. ...wir sind auch bis fast auf den Gipfel gegangen, nur ganz oben war es dann sehr eisig. Wir hatten eine einmalig tolle Aussicht und es war ein wirklich eindrückliches und bleibendes Erlebnis oben auf einem Berg, so viele Meter über dem Boden auf alles herab zu blicken ... ich glaub ich bin süchtig. Am Abend wurde dann im Wobbly Kea Mike's Geburtstag gefeiert und der Wirt hat uns viele Geschichten rund um den Arthurs Path und Timaru (er ist aus Timaru) erzählt... eine wirklich gemütliche und sehr lange Nacht im Pub :-) ...trotzdem wurde natürlich nicht lange geschlafen, sondern wir sind wiederum sehr früh aufgestanden, da ich am Dienstag noch bei Stephen (meinem Chef) angerufen hatte und weil es so grandioses Wetter war noch einen Tag Urlaub mehr erbeten hatte. 8.00 morgens haben wir dann den nächsten Gipfel in Angriff genommen. Insgesamt war die Wanderung glaube ich noch toller, wenn auch etwas aufregender, da es streckenweise schon sehr schmal war und neben einem 200m runter ging (wir sind auf einem Grat gewandert) oder auch mal klettern notwendig war .... nun aber genug davon erzählt....schaut Euch lieber die vielen atemberaubenden Fotos vom Arthurs Path und die Fotos von Christchurch und Unterwegs an (in echt ists natürlich noch 1000x schöner, aber einen Eindruck bekommt Ihr schon!)
Und nun zu der wohl schönsten Woche in Neuseeland bisher. Es fing wohl alles damit an, dass ich mich mit Mike zum Snowboarden für den Samstag verabredete. Die zwei nähesten Skigebiete im Umkreis von Timaru sind das Mount Hut Gebiet, welches aber an diesem Samstag eröffnen sollte und darum wohl total überlaufen war (zumal es das nächstgelegene Gebiet von Christchurch, der größten Stadt der Südinsel ist) sowie Mount Dobson. Da wir natürlich nicht dicht an dicht mit den anderen Winterverrückten fahren wollten, haben wir uns dann letztenendes für den Mount Dobson entschieden. Samstag früh bin ich dann losgedüst, hab in Farlie Mike aufgesammelt und wir haben vor Ort Boards ausgeliehen. Nach einer haarsträubenden 15km-Fahrt bergauf auf einer wohl erst kurz vorher wieder freigebaggerten Schotterstraße (ich hatte nur fast einen hysterischen Anfall, hab mich also noch zusammenreißen können *g*) waren wir inmitten von schneebedeckten Bergen und ich konnte meine Snowboarderfahrungen etwas erweitern....es macht soooo doll Spaß sag ich Euch, auch wenn ich mein Hinterteil vor lauter Schmerz dann schon gar nicht mehr spüren konnte ;-) Zum Übernachten sind wir dann zum Lake Tekapo gefahren, da dort eine wirklich schöne Jugendherberge direkt am See ist.
Die Snowboards hatten wir für Sonntag gleich mit ausgeliehen, mussten sie aber leider zurückgeben, da es so gestürmt hat (über 200 km/h auf Mount Dobson), dass das Skigebiet geschlossen hatte und wir die Snowboards zurück gefahren haben. Das war sehr erstaunlich, da östlich der Berge strahlender Sonnenschein war und auf dem Rückweg westlich der Berge der Weltuntergang anfing. Wir haben uns dann also entschieden auf einer weiteren Schotterpiste einmal um den See zu düsen und das andere Skigebiet näher in Augenschein zunehmen sowie den Beginn des Sees (auf der Karte sieht es aus, als ob viele kleine Flüsse aus unterirdischen Quellen dort reinfließen). Aber hinten angekommen goss es in Strömen, so dass wir uns statt dessen entschieden haben in dem ca. 4° kalten See ein Bad zu nehmen.... brrrrrr, schon ekelig feucht und kalt *g*. Um anschließend wieder warm zu werden haben wir noch die 1,5h Wanderung zum Mount John Ausblickspunkt zu machen....danach konnte ich das Wasser aus meinen Schuhen auskippen und meine Sachen auswringen, so nass war ich.
Da wir gehört haben, dass es "ein bisschen" schneien sollte, hab ich dann noch einen Einheimischen gefragt, ob man Schneeketten ausleihen könne und er meinte, dass ich die nicht brauchen werde, es komme sowieso kein Schnee. ...haha, Joke der Woche kann ich Euch sagen. Denn so gegen 2.00 morgens wurde es auf einmal leise (vielleicht bin ich darum aufgewacht, weil plötzlich die Geräuschkulisse von Sturm und Regen aufhörte)...und als ich aus dem Fenster sah lag auf einmal riesen viel Schnee... gegen 6.00 morgens dann 55cm um genau zu sein.
Mein Auto war total eingeschneit, die Türen und nix ging mehr auf, die Straßen waren zu und im Prinzip ist das totale Chaos ausgebrochen, da auf fast der ganzen Südinsel die Straßen gesperrt wurden, der Strom ausgefallen ist, es kein Telefon, kein Handynetz und kein Internet mehr gab.
Aber die Kiwis sind ja ziemlich relaxed, also hatten einfach alle Läden geschlossen und alle haben sich vor Ihre Feuerstellen gekuschelt. Und wir saßen in dem YHA Hostel in Tekapo fest.
Anfangs fand ich das ja nicht wirklich lustig, da ich schließlich Dienstag wieder auf Arbeit sein und fleißig programmieren wollte, aber da ich mir ja vorgenommen hatte etwas mehr von der Kiwi-Einstellung zu bekommen hab ichs dann vorerst etwas lockerer genommen. Die Straßen waren eh gesperrt, mein Auto eingeschneit und in ganz Tekapo gab es (entgegen der Angabe der Touristinfo in Timaru dass es an jeder Tankstelle welche gäbe) keine Schneeketten zum Ausleihen. Um 8.00 morgens kam dann Steffi ins Hostel. Sie hatte Ihren Campervan unter einem Baum geparkt und um 7.00 morgen kam ein großer Ast runter und fiel direkt auf Ihr Auto...es brauchte dann ziemlich viele nette Leute und die Polizei mit einem 4-Wheel-Drive das Auto zu befreien und auf einen Parkplatz zu schleppen.
Nachdem wir uns also damit abgefunden hatten, dass wir nicht all zu schnell wieder weg kommen würden, haben wir uns auf eine wunderschöne Winterwanderung gemacht... kniehoher Schnee, ein verschneiter Märchenwald, schwarze Schwäne in einer grau-weißen Traumlandschaft... langsam tauchte aus dem schwarz-weiß-Poster-Motiv ein stahlblauer Himmel auf. Wir haben Schwarze Pferde gefüttert, die einen sehr schönen Kontrast zu dem weißen Schnee gebildet haben, und als die Sonne dann endgültig den Durchbruch geschafft hatte, sind wir durch den frischen Schnee auf einen Ausblickshügel gestapft und haben die wunderbare Aussicht über die verschneiten Bergketten und das Dorf genossen. Und da wir ja leider keine Snowboards mehr hatten (sehr zu unserem Ärger konnte man auch im Ort keine ausleihen), hab ich mir einfach den Spaß gegönnt kopfüber in den Schnee zu springen... ;-)
Es war übrigens auch sehr gemütlich und super entspannend mal keinen Strom zu haben. Niemand konnte Fernsehen oder anderweitig elektronischen Krach machen (nagut, Nick aus Tasmanien hatte noch ein batteriebetriebenes Lautsprecherset für seinen IPod, so dass wir noch etwas Musik hatten)... somit hatten wir ein leckeres Barbeque im Schnee, Candellightdinner und haben den ganzen Abend bei Kerzenschein Uno gespielt (der Unterschied zwischen blau und grün ist dann schon sehr schwierig, aber ich hab sowieso die ganze Zeit nur Karten gezogen, darum war das nicht so wild *lach*). Mit 4 Decken war es dann auch in der Nacht bei offenem Fenster und Minusgraden nicht all zu kalt.
Für Dienstag hatte ich mir dann was besonderes vorgenommen; mitnerweile hatte sich die Sonne rausgekämpft, der Himmel war strahlend blau, die Berge wunderschön weiß... und der See türkis blau. Da Ihr mich ja kennt, wisst Ihr ja, dass die Versuchung da sehr gross ist... und ich habe Ihr einfach nachgegeben und auch Mike dazu überredet. Wir haben uns also von Brian, unserem "Hostel-Papa" zum Strand fahren lassen... und auf einmal war der ganze Strand voll Menschen, da alle aus dem Hostel Fotos machen wollten. Wir haben uns also schnell umgezogen und sind ca. 200m barfuß durch den knietiefen Schnee zum See gerannt, haben für ein paar Fotos gepost und sind dann nochmal Baden gegangen:

Dieses Foto gibts jetzt in Malaysia, China, Japan, Frankreich, Alaska, der Schweiz, Deutschland.... :-)))))
Ich muss sagen, das Zurückrennen durch den Schnee war wesentlich schlimmer, meine Füße konnte ich dann schon nicht mehr spüren, aber es ist alles noch dran ;-)
Zurück im Hostel habs dann eine bunte Gemüsesuppe, die seit den frühen Morgenstunden aus den Resten die jeder noch so hatte auf dem Fireplace gekocht hatte.
Abends gabs dann wieder Gegrilltes und ich hab was gemacht was ich schon immer mal machen wollte: ich hab mich im Bikini in den Schnee geworfen und bin drin rumgerollt...dummerweise hab ich mich dann ausgesperrt, so dass ich dann noch ums ganze Haus laufen und an allen vorbei gehen musste um nach drinnen zu kommen...und die Dusche war dann auch noch eiskalt, da es immernoch keinen Strom gab. Ich bin jetzt also voll abgehärtet *g* Anschließend haben wir dann alle zusammen in dem Zimmer mit dem schönen warmen Feuerchen gesessen und lustige Spiele gespielt ... und auch wenn ich nicht so aussehe, ich hab fast einen Spagat gemacht (es war ein Spiel um zu sehen wer am gelenkigsten ist und was sich alle so einfallen lassen, welche lustigen Posen sie machen...sehr amüsant)... hatte dafür dann aber den ganzen Mittwoch ein taubes Knie *g*.
Mittwoch und Donnerstag haben wir dann immer ein paar Wanderungen gemacht (ich bin allein auf dem Mount John gekletter, was bei über kniehohem Schnee schon ganz schön anstrengend war), Abends gegrillt, tagsüber gelesen und Spiele gemacht. Sehr entspannend, da man wirklich nichts anstrengendes machen musste, weil man ja nichts arbeiten konnte. Ach ja, mein Auto haben wir noch ausgegraben. Das war auch ne Aktion. Erst Schneeschaufeln ohne Ende (auf dem Foto seht Ihr Brian, Dave und Mike, die mir ganz doll geholfen haben) und dann hat Brian mich rausgeschleppt, da mein Auto natürlich keinen halben Meter selbst gefahren ist.
Donnerstag früh hatten wir auch Fun ohne Ende. Nicola (Brians Frau und die Hostelmanagerin) hatte uns Mittwoch abend verraten, dass Brian Donnerstag Geburtstag hat. Und sie hatte uns vorher schon verraten, dass er sich schon die ganze Zeit gewünscht hat, mit ihr mal in Badesachen in den Schnee zu gehen (ich hab ihm die ganzen 3 Tage gesagt, dass ich das gern mit ihm mache, aber er wollte immer nicht). Wir sind also Donnerstag früh alle 6.30 aufgestanden, die Männer haben Frühstück vorbereitet und 7.00 haben wir den Feueralarm ausgelöst (der nicht zur lokalen Feuerwehr verbunden ist, konnte also nix passieren) um Brian und Nicola in Schlafzeug aus den Betten zu locken. Dann haben wir sie so wie sie waren in den Schnee gesteckt. Anschließend hatten wir alle zusammen ein leckeres Frühstück. Abends waren wir alle zusammen im japanischen Restaurant... yummy, endlich mal wieder Sushi zur Feier des Tages. Donnerstag waren die Straßen dann auch wieder offen, der Strom war seit Mittwoch wieder da, aber die Straßen waren noch etwas eisig und Handys haben immernoch nicht funktioniert, so dass die anderen mich überredet haben, lieber noch einen Tag zu warten und nichts zu riskieren (...."one more day, only one more day"...das war Steffis Spruch). Die letzten die dann noch da waren (Steffi aus Germany, Axelle aus Frankreich, Dave aus Alaska, Mike aus der Schweiz und Nicola) alle zusammen vorm Feuer geschlafen... sehr gemütlich, wenn auch die Nacht nicht lang war, da Dave wie ein Wasserfall locker 2 Stunden am Stück quatschen kann, was mich dann doch etwas irre gemacht hat, so dass ich dann auch wohl den ein oder anderen etwas nervös gemacht habe.
Als es dann Freitag ans Abreisen ging gabs dann noch eine Überraschung... mein Auto wollte nicht mehr anspringen, so dass wir erst noch einen Automechaniker holen mussten um den kleinen wieder fit zu machen. Der Abschied war dann schon etwas traurig, da wir sehr gute Freunde geworden waren.

Mit Mike und Steffi bin ich dann also nach Timaru gefahren. Samstag früh haben wir Mike verabschiedet... und bereits Samstag Abend haben uns Axelle und Dave so vermisst, dass sie zu uns nach Timaru gekommen sind. Wir waren dann die halbe Nacht im Pub, haben Rugby geschaut und getanzt bis zum Abwinken........ Abwinken werd ich jetzt auch, denn schließlich muss ich ja den Schlaf von ner halben Woche nachholen.
Die restlichen Bilder gibts übrigens hier.
Ach ja, bis Ende Juli bin ich noch in Timaru, Ihr dürft also gern noch viel Post schicken :-)
FrankaMo - 19. Jun, 08:22
